Rio de Janeiro! Sonne, Wärme und Caipirinha

Liebe Leser,

Diesmal kommt ihr mit nach Rio de Janeiro! Der Flug ging am Freitag 25. November am Mittag los. Wir trafen uns zuvor wie üblich im Operation Center in Zürich um den Flugablauf zu besprechen. Diesmal arbeitete ich in der Business Class, als Position 1 R, somit war ich zuständig für die Bordküche, Essen zählen, Flight Deck Betreuung etc.. Corinne gab mir diesmal meine letzte Einführung. Ich freue mich auf den Flug und die Arbeit in der C-Class.

Einige der Crewmitglieder hatten Standby’s dabei. Wir können auf unsere Rotationen Standby’s mitnehmen. Freunde und Verwandte welche den Nervenkitzel mitmachen, den Koffer packen und am Gate dann erst erfahren ob sie mitfliegen können. Der Clou an der Sache ist natürlich, dass man wenig zahlt für einen solchen Sitzplatz.

Grösstenteils kann man schon im vornherein an den Buchungszahlen in etwa abschätzen ob der Flug voll gebucht sein wird oder ob noch ein paar Plätze frei sein werden. Sicher ist man aber nie und es gibt es leider immer wieder, dass man den ein oder Anderen in Zürich stehen lassen muss. Natürlich ist das ein schönes Goodie, wenn es dann klappt und man mit seinen Liebsten verreisen kann.
Diesmal hatten wir Glück und alle unsere Standby’s bekamen einen Platz in der C-Class.

Der Flug verlief gut, die Passagiere genossen den Service und wir konnten mit Freude unsere Arbeiten verrichten.

Nach ca. 11 Std. 30 Minuten Flugzeit kamen wir endlich in Rio de Janeiro an. Als wir im Hotel ankamen war es schon spät, doch wie es sich eben gehört, traf sich ein Teil der Crew noch zu einem Caipirinha an der Copacabana.
Ich entschied mich für einen Caipi mit frischem Maracuja, der echt lecker schmeckte.

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Das Bett rief dann plötzlich so laut, das ich die Gespräche nicht mehr mitbekam.

Am Samstag trafen wir uns um 9 Uhr in der Lobby des Marriott Hotels, um ins Bibi, gleich um die Ecke, frühstücken zu gehen. Ich bestellte die Açai Bowl mit Granola. Was für eine Freude dies zum Frühstück zu essen!

acai

„Die Açai-Beere stammt von der Kohlpalme und sie wächst in den Regenwäldern des Amazonas. Sie ist rund und dunkelblau. In Brasilien sind die kleinen Beeren schon seit Jahrhunderten ein ganz gewöhnliches Nahrungsmittel. Der Geschmack ist erdig und fruchtig, erinnert ein wenig an die Heidelbeere.“

Quelle: http://www.fitforfun.de

Sie gilt, wie bald schon jedes zweite natürliche Lebensmittel, als Superfood. Die Beeren werden mit Crashed Ice gemixt und als Smoothie Bowl serviert. Oft kann man noch Bananen oder Kokosnuss Flocken dazu bestellen.

Die Bowls werden in den Restaurants vermutlich noch mit Zucker gesüsst, was etwas schade ist. Schön ist hingegen, dass man überall frisch gepresste Säfte bekommt, von allen möglichen bekannten und unbekannten Früchten.

Nach dem feinen Frühstück entschieden Michi und ich, zur berühmten Escadaria Selarón zu gehen. Wir bestellten im Hotel ein UBER Taxi, der uns direkt dorthin fuhr. Die Escadaria Selarón verläuft zwischen den Vierteln Lapa und Santa Teresa. Die Fahrt von der Copacabana nach Santa Teresa dauerte ca. 20 Minuten. Der Fahrer war sehr lieb und sagte uns gleich bevor wir ausstiegen, wir sollen vorsichtig sein: „ There are good people and bad people.“ Ich hielt dann meine Tasche noch ein wenig fester.

Die gewaltige Treppe ist wirklich wunderschön. Die einst triste Treppe wurde vom Künstler Jorge Selarón mit Mosaikfliesen in ein Farbenmeer verwandelt. Am gewaltigen Mosaik, welches die 250 Treppenstufen bedeckt, arbeitete Selarón von 1990 bis zu seinem Tod im Jahre 2013.

Dieses Projekt machte den Küstler weltweit bekannt.
Am oberen Ende der Treppe wurde eine riesige brasilianische Flagge aus Mosaikfliesen errichtet.

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Inmitten seiner Mosaike hat Selarón von Besuchern aus aller Welt gespendete Fliesen eingearbeitet. Die Treppe verbirgt einige Überraschungen. Prinzessin Diana, Barack Obama und weitere Persönlichkeiten gehören zu den Spendern. Man könnte stundenlang am Ort verbringen und würde immer wieder etwas entdecken.
Es lohnt sich also allemal nach Santa Teresa zu fahren und dieses wunderbare Kunstwerk zu erleben.

Da unser Besuch in die Weihnachtszeit fiel, führten lokale Schauspieler gleich bei der Treppe ein christliches Theaterstück auf.

Es lohnt sich die lange Treppe bis nach ganz oben zu besteigen und danach nach links abzubiegen, die Strasse weiter zu laufen bis zum „Café das Ruinas“ zu gehen. Dort entschädigt einem, der schöne Ausblick über Rio, der steile Aufstieg.

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Nach einer kleine Café Pause mit Musik, nahmen wir den lokalen Bus der uns im Schneckentempo mitten durch Rio führte, wir ergatterten glücklicherweise einen Fensterplatz, darum war die Fahrt ganz angenehm. Der Ausblick zeigte uns Rio von seiner weniger schönen Seite, das was man auf den Touristenbildern und auch auf meinen Bildern weniger sieht. Es gab immer mal wieder eine schöne Kirche oder eine farbenfrohe Fassade, aber Rio ist ja bekanntermassen nicht wegen der Innenstadt berühmt sondern wegen der prachtvollen nahen Natur, den weltbekannten Stränden, den Klängen usw.. Als wir in der Nähe des berühmten Strandes von Ipanema ausstiegen, hatte ich keine Orientierung mehr, Michi aber praktischerweise schon.

Die Sonne ging langsam unter …der perfekte Zeitpunkt erwischt! Der Blick über den Strand war atemberaubend.

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Ich erinnerte mich an die Olympischen Spiele von diesem Sommer, die ich fleissig im Fernsehen verfolgte. Der Hauptgrund meiner olympischen Euphorie war der Ausblick vom Moderationsstudio, der direkt auf Ipanema Beach zeigte. Dieser Ausblick raubte mir schon im Fernseher den Atem und es war eine Freude nun live da zu sein. Hier das Beweisfoto…

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Langsam kam der Hunger. Gut hatte Corinne ein paar Plätze im Restaurant „Fogo De Chão“ im Stadtviertel Botafogo reserviert. Eine bekannte Churrascheria, welche ich schon von São Paulo kenne. Das Restaurant ist sehr elegant eingerichtet und der Service ist sehr professionell. Sogar meine Handtasche bekam einen kleinen Stuhl, kein Witz! Dies hauptsächlich um den Dieben das Leben schwer zu machen. Gut so!

Wir bekamen einen schönen grossen runden Tisch. Es kam mir gleich vor wie ein festliches Essen. Welches ich auch dementsprechend genoss. Die Gesellschaft passte auch wunderbar. Der Vater, von Sämi unser Co Pilot, war auch mit dabei, da er mit uns nach Zürich zurückflog und zuvor eine Woche Brasilien bereist hatte.

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„Foge De Chão“ ist eine empfehlenswerte Churrascheria. Jeder bekommt ein Ampel Kärtchen neben den Teller gelegt, welches man auf grün drehen kann wenn man Fleisch Nachschub haben möchte oder auf rot, wenn man gerade kein Flank Steak, Hühnerherz oder dergleichen wünscht.

http://www.fogodechao.com.br/

Klick doch kurz drauf, dann könnt ihr euch ein Bild machen.

Am Sonntag Nachmittag, traf sich ein Teil der Crew am Hafen von Rio. Sämi hatte eine Segeltour gebucht.

Unser Skipper mit Name Heitor (geboren in Rio) begrüsste uns kurz aber sympatisch am Hafen und hiess uns willkommen auf seinem Schiff. Heitor lebt auf dem Schiff und bietet jeden Tag solche Sunset Touren an. Er erzählte mir, dass er früher ganze Wochentouren anbot, speziell auch für Airline Crews welche längere Zeit in Rio verbrachten.

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Man merkte es gleich an seinem verschmitzten Lächeln, er ist als Segler geboren. Immer schön zu sehen, wenn Menschen das tun was sie lieben!

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Die Segeltour startete an der „Marina da Gloria“, wir segelten in Richtung Icarai und wieder zurück. Ich würde sagen, die Bilder sprechen für sich.

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Die Dame an Bord servierte uns einen Caipirinha nach dem Anderen und glücklicherweise ab und zu ein Schluck Wasser. Wir genossen Buchstäblich das „Dolce Far Niente“ auf absolut beste Art und Weise. So könnte man leben.

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Für Essen war natürlich auch gesorgt, Heitor hatte das Multitasking perfekt im Griff, während er sein Segelboot in Richtung Bucht manövrierte salze er kurzerhand das Rindfleisch. Liess es ein wenig ruhen. Schmiss den Grill an. Schmiss das Fleisch drauf. Segelte weiter. Liess den Anker ins Wasser tauchen und das Fleisch war fertig, rosa.

Es gab ein kleines Buffet an Deck, mit Tomaten, Avocado, Brot usw. Die Salatblätter musste ich jedoch mit der Sauce etwas beschweren damit sie nicht gleich zum Fischfutter wurden.

Die Sonne verschwand auf unserer Rückfahrt wie gemalt hinter der Cristo Statue.

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Wir verabschiedeten uns von unseren lieben Gastgebern und bedankten uns für das tolle Erlebnis.

Für den kompletten Ausflug zahlten wir pro Person 220 Brazilian Real, das entspricht in etwas CHF 64. Wenn ihr bei eurem vielleicht baldien Rio besuch auch mal so eine absolut entspannende Segeltour machen möchtet. Capt. Heitor Souza wird sich freuen! Und ich kanns wärmstens empfehlen.
Hier seine Kontaktdaten: What’s App +55 21 9 9222 2026/ http://www.sailing-in-rio.com / charters@sailing-in-rio.com

Am letzten Tag unseres Rio Layovers wollte ich unbedingt noch etwas touristisches Unternehmen. Zuerst gingen wir nochmals in Bibi eine Açai Bowl essen um dann zusammen mit Sämi, sein Vater, Elena, Michi und ich den Bus zu nehmen, welcher uns zur berühmten Cristo Statue fuhr. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten und ging steil und kurvig bis ganz nach oben auf den Berg Corcovado. Während der Fahrt blickt man auch immer wieder auf die berühmten Favelas Gebiete, welche sich eindrucksvoll an den Berghängen befinden.

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Wir genossen den Ausblick über die riesige Stadt Rio de Janeiro. Wir blickten auf den Zuckerhut, das Maracanã Stadion, der grosse „Lagoa Rodrigo de Freitas“, usw.

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Die Plattform war übersät mit Touristen welche Sefies über Selfies schossen.

„Die 30 Meter hohe Statue im Art-Déco-Stil stammt aus dem Jahre 1931. Im rund 8 Meter hohen Sockel befindet sich eine Kapelle für 150 Personen. Der Bau der Statue begann 1922 und endete erst im Jahre 1931. Anlässlich des 75. Jahrestages der Errichtung wurde die Statue im Jahre 2006 zum katholischen Wallfahrtsort geweiht.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cristo_Redentor_(Rio_de_Janeiro)

Wir tranken zum Abschluss noch einen Guarana Drink und genossen die Wärme. Im Gespräch an der Sonne sprachen wir über die kalte frische Luft in der Schweiz, welche uns in ein paar Stunden wieder begrüssen würde. Abwechslung braucht das Leben!

Am Nachmittag ging ich noch kurz in den nahen Supermarket, um mich mit tropischen Früchten wie Maracuja und riesen Avocados einzudecken. Ich liebe es in ausländische Supermärkte zu stöbern und Unbekanntes zu entdecken. Danach sah ich per Zufall ein Geschäft welches Açai in Pulverform verkaufte, welches ich als Gesundheitsfanatikerin natürlich gleich kaufen musste.

Vor dem Abflug tankte ich beim Roof top Hotelpool noch etwas Wärme.

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Marriott Hotel Rooftop Ausblick

Eins muss ich noch sagen, in Rio, ohne portugiesisch Kenntnisse, unterwegs zu sein ist gar nicht so einfach. Das Volk ist stolz auf die Sprache und die Kultur und die meisten können kein Englisch sprechen. Die meisten Brasilianer mit denen wir in Kontakt kamen waren aber freundlich und hilfsbereit. Jedoch sind sie nicht so offen gegenüber den Fremden wie ich es zuvor dachte. Vielleicht liegt es einfach daran, dass es so unglaublich viele Touristen nach Rio zieht.

Auch wenn es eine touristische Stadt ist, lief ich nicht so gerne alleine durch die Stassen, den man hört immer wieder, dass Rio gefährlich sei und oft Taschen und Gegenstände geklaut werden, darum habe ich viele Bilder nicht mit der Fotokamera geschossen sondern mit meinem Handy.

Falls ihr noch etwas mehr über diese faszinierende Stadt erfahren wollte, hier der Link zur Wikipedia Homepage:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rio_de_Janeiro

Der Heimflug WK 97 war ein Nachtflug. Ich arbeitete wieder in der Business Class.
Der Service ist angepasst und somit weniger Aufwändig als bei einem Tagflug. 2 Std. vor der Landung servierten wir ein ausgiebiges Frühstück mit Zopf, Gipfeli, Birchermüsli, Eier etc. und wir landeten um 14 Uhr wieder in Zürich Kloten.

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