Mauritius Layover im „Lux Grand Gaube Resort“ – Drei Tage entspannen

Um 16 Uhr traf ich mich mit Christoph im OPC am Flughafen. Christoph ist Einführungs Flight Attendant und arbeitet seit mehr als 5 Jahren in diesem Beruf. Wir besprachen kurz den Serviceablauf und die Arbeitsposition. Ich fühlte mich wohl und spürte gleich, dass die Zusammenarbeit funktionieren würde.

Diese Rotation startete ich auf der Position 4 R, ganz hinten im Flugzeug. Die Abläufe waren mir, bei dieser zweiten Einführung, schon vertrauter und ich muss sagen, der Flug verlief auch ziemlich reibungslos. Diesmal hatten wir auf diesem 10 stündigen Flug einen Crew Bunk, wir konnten uns für ca. 2 Std. im Bunk, welcher sich im Cargo des Flugzeugs befindet, hinlegen. Ich mag das sehr, Andere bekommen dort unten Platzangst oder alle möglichen erdenklichen Beschwerden.

Wir landeten bei Sonnenaufgang auf der Insel Mauritius. Nun, stand uns noch eine ein stündige Fahrt bevor. Das Hotel befindet sich im norden der Insel, der Flughafen ist im süd-osten. Die Crew teilte sich auf zwei kleine Fahrzeuge auf und mir wurde gleich nach 20 Minuten Fahrtweg, schlecht. Ich durfte dann noch eine Weile ausharren und mit einem Ohr dem Erzählfreudigen S/C, Dani (Chef de Cabin) zuhören. Das war wohl seine ganz eigene Taktik um nicht gleich selbst sitzend einzunicken. Zwischen den Sätzen wurde es ab und zu still und er machte einen ungewollten kleinen Power Nap. Herrlich.

Vor Ort, wurden wir mit einem kühlen, strahlend Orangen Sommerdrink und einem Frucht Spies empfangen. Eigentlich wunderschön. Doch meinen verschwommenen Blick und müden Körper schrien nur noch nach Schlaf.

Eine Stunde später konnten wir endlich unsere Honey Moon Zimmer beziehen. Das Bett war herrlich weich und mit frischen Blüten bestückt.

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Nach ein paar Stunden Schlaf, trafen wir uns an der Hotelbar und unser kleiner Urlaub konnte endlich starten. Ich traf mich noch mit Christoph um den Flug zu besprechen. Es freute mich sehr, dass ich eine gute Bewertung bekam und meine ruhige und speditive Art geschätzt wurde.

Katharina, eine junge Flight Attendant und ich nahmen um 15 Uhr an der Hotel Besichtigungstour teil. Wir waren die einzigen der Crew. Der junge Herr zeigte begeistert alle Annehmlichkeiten des „Lux Grand Gaube Resort“. Das Hotel verfügte über einen traumhaft schönen Spa mit hauseigene Pflegeprodukte, ein gut ausgestattetes Fitness Center, ein Kino, ein Tennisplatz, ein Café…

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und natürlich bot das Resort die verschiedensten Wasseraktivitäten, wie Stand Up Paddling, Schnorcheln, Pedalo bis zu Segelausflüge mit Katamarans.

Das Hotel bot 3 unterschiedliche Restaurants, ein Fischrestaurant, ein Italienisches Gourmet Restaurant mit Blick aufs offene Meer und ein grosses Buffetrestaurant, in dem jeden Abend nach einem anderen Motto eine grosse Vielfalt an Gerichten aufgetischt wurde.

Am ersten Abend entschieden wir uns für das Buffetrestaurant, welches uns wunderbar schmackhafte Indische Küche bot.

Es standen uns noch zwei volle Tage bevor, die Entschleunigung hatte schon Einzug gehalten und das Nichtstun stand im Vordergrund.

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Der erste volle Tag, war der Donnerstag. Ein Teil der Crew traf sich um 9 Uhr 30 zum Frühstück. Welches keine Wünsche offen lies, von Pancakes, frische Früchte, allerlei Brot, Marmeladen, Säfte, Eierspeisen etc. Vom Restaurant blickte man direkt aufs offene Meer. Wenn ich das schreibe, kann ich es kaum glauben, jetzt in der kalten Schweiz zu sitzen. Was für einen Kontrast!

Zusammen mit Katharina, Dani und andere Crewmitglieder genossen wir die Vielfalt der Speisen und vertieften uns in Gespräche. Dani ist wie ein Lexikon, er weiss so viel über Gott und die Welt und ist ein ganz angenehmer Gesprächspartner. Ich liebe solche Gespräche und der wertvolle Austausch ist sehr bereichernd.

Ich entschied mich nach dem üppigen Frühstück den Fitnessraum aufzusuchen. Was sich allemal gelohnt hatte. Sogar ein Trainier, mit Name Bobo schwirrte immer umher und bot Hilfe an. Er sagte mir sogar, ich soll doch Morgen nochmals kommen und er würde mir ein paar Übungen zeigen. Wir unterhielten uns ein bisschen. Bobo ist auf der Insel Mauritius aufgewachsen, hat aber schon in England und Frankreich als Trainer gearbeitet. Übrigens war ihm der Schweizer Entertainer Dj Bobo schon ein Begriff.

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand. Was so aussah…

Ich konnte mich nicht mehr vom bequemen Liegestuhl lösen, so holte ich mir einen heftigen fleckigen Sonnenbrand. Ich sag dazu nur, unverbesserlich! Meine eincreme Strategie muss ich das nächste Mal noch überarbeiten.

Vor dem Abendessen genossen wir noch eine Runde im Spa. Was für eine Wohltat sich kurz im Whirlpool und Dampfbad die Haut weich zu pflegen.

Ausserdem hatten Katharina und ich uns für eine Massage angemeldet. Sie entschied sich für die ein stündige Hot Stone Massage und ich für eine Fussmassage und Kopfmassage. Die Therapeutin hatte das wunderbar im Griff und ich tauchte ab.

Am Abendessen, dies Mal mit Motto, Around The World, traf ich auf andere Krebsrote Freunde. Haha.

An diesem Abend unterhielten wir uns mit der Austrian Airlines Crew, welche eine ganze Woche Aufenthalt im „Lux“ verbrachten. Sie sind übrigens wie wir, normalerweise im „Tamassa Hotel“ im Süden der Inseln einquartiert.

Mauritius ist eine sehr beliebte Destination bei den Crews. Die Flüge sind sehr angenehm und die Zeitverschiebung von der Schweiz aus ist immer klein. Momentan nur +3 Stunden.

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Da ihr euch unsere Entspannungsroutine sicherlich langsam ganz gut vorstellen könnt, erzähle ich euch jetzt gerne noch ein bisschen von der Insel. Aber zuerst noch kurz dies..

Am Freitag entschieden wir uns für einen Schnorchel Gang. Wir meldeten uns für das 15 Uhr Boot an. Das ganze Equipment wurde vom Hotel zur Verfügung gestellt. Reto, unser Captain und ein paar Honeymoon Pärchen waren auch mit dabei. Auf dem Weg zum Riff sichteten wir eine grosse Roche. Prächtig!

Das Wasser war ziemlich frisch, doch egal, nichts wie ab ins Wasser. Das Riff bot weisse, rosa und blaufarbige Korallen, kleine, grosse farbige Fischli und wohltuende Ruhe. Einfach schön.

Am letzten Abend, reservierte ich für einen Teil der Crew einen Tisch im italienischen Restaurant. Es gab Focaccia Brot, Pizza, Poulet und Pasta. Die ca. 9000 Km Entfernung zu Italien waren kaum spürbar. Fein gekocht.

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flyedelweiss.com

Jetzt zu Mauritius. Dani, unser wandelndes Lexikon erzählte, dass es im Süden einiges mehr zu sehen gibt als im Norden wo sich das „Lux Grand Gaube Resort“ befindet, dafür sind hier die Strände schöner. Was ich auf einem möglichen nächsten Mauritius Besuch sicherlich gerne erkunden möchte sind folgende Sehenswürdigkeiten: Die sieben Farbige Erde bei Chamarel, der Berg Le Morne (Foto), Flic en Flac Beach, Tee Plantagen, Rum Fabriken etc.

Hier ein paar Fakten zur Insel:

„Auf Mauritius leben ca. 1 Million Menschen. Die Fläche beträgt 2’040 km². Die Insel Mauritius liegt im Indischen Ozean. Die Hauptstadt ist Port Louis. Über dem südwestlichen Indischen Ozean, in dem Mauritius liegt, werden jährlich durchschnittlich ca. 15 tropische Stürme beobachtet.

Die Insel, mit vulkanischem Ursprung, ist Multikulturell, Morisyen, eine Kreolsprache, die auf dem Französichen  basiert, wird von fast der gesamten Bevölkerung im Alltag verwendet und von über 86,5 % als Muttersprache gesprochen. Die am zweitmeisten gesprochene Sprache ist Bhoipuri,  das dem Hindi ähnelt und von 5,3 % der Bevölkerung gesprochen wird. Die Chinesen sprechen zum Teil noch verschiedene südchinesische Dialekte.

Die stabile politische Lage auf der Insel nach der Unabhängigkeit zog in hohem Maße ausländische Investoren an, was Mauritius eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas einbrachte. In den letzten Jahren wurde das Wirtschaftswachstum durch Naturkatastrophen und fallende Zuckerpreise stark verlangsamt, was zu Protesten aufgrund des Lebensstandards der überwiegend kreolischen Bevölkerung führte. Der Rohrzucker, der auf fast 90 % der kultivierten Fläche angebaut wird, ist einer der Hauptarbeitgeber von Mauritius.

Mauritius ist für seine Briefmarken berühmt, die Rote und Blaue Mauritius. Sie wurden 1847 gedruckt, als Mauritius als fünftes Land der Erde begann, Briefmarken zu benutzen. Sie sind heute sehr selten und daher auch sehr wertvoll.“

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Mauritius/

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https://de.wikipedia.org/wiki/Postgeschichte_und_Briefmarken_von_Mauritius

 

Für den ganzen Aufenthalt, ohne Hotelübernachtung zahlte ich für das „All Inclusive“ Angebot inkl. Massage CHF 280.

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Am Abflugstag, am Samstag, traf sich die Crew früh Morgens zum Frühstück. Bye Paradise!

Der Inbound Flug dauerte satte 11 Std. 30 Min. und es war ein Tagflug, das bedeutet, dass der Service etwas anspruchsvoller ist. Ich arbeitete auf der Position 2 R und Christoph als meine Unterstützung auf der Position 2 L. Ich konnte meine Duty gut wahrnehmen und es lief ziemlich reibungslos. Die Passagiere, echte Geniesser. Ein Glas Champagner zum Apéro, ein Glas Primitivo zum Rindsstroganoff mit Kartoffeln und „es Käfeli“ zum Schokoladenkuchen. Dies natürlich alles in Zeitlupe genossen. Die Ferien haben unseren Passagieren sicherlich ziemlich gut getan, denn die meisten strahlten uns zufrieden an.

Ca. 2 Stunden vor der Landung, als Christoph und ich das Bewertungsblatt besprachen und die Checkpunkte abarbeiteten kam einen Passagier zu uns in die Bordküche und sagte es sei etwas passiert. Wir gingen gleich zur Passagierin, welche Null Farbe im Gesicht mehr hatte. Sie erlitt einen Kreislauf Kollaps. Wir brachten Sauerstoff, das ganze Medical Equipment und die Medikamente in ihre Nähe. Ein französischer Kardiologe meldete sich wenig später bei uns, was uns sehr entlastete. Wir brachten die Passagierin ins Galley und der Arzt konnte so den Blutdruck und Ihre Herztöne messen. Er versicherte, dass die Passagierin stabil sei. Gegen Ende des Fluges konnte die Passagierin wieder aufrecht sitzen und normal sprechen, innerhalb der Crew wechselten wir uns immer ab, damit Sie nie alleine war. Auch ihrem Ehemann sah man den Schrecken deutlich an. Die Dame hatte einen Magenbypass vor einigen Jahren bekommen und 60 Kg abgenommen. Sie kann seitdem immer nur wenig essen und auch nie gleichzeitig trinken. Durch den langen Flug und die trockene Luft im Flugzeug war sie dehydriert und erlitt somit einen Kreislaufzusammenbruch mit Magenkoliken.

Zum guten Glück ist alles gut ausgegangen, da waren wir alle erleichtert und freuten uns auf den verdienten Feierabend. Die Passagiere stiegen müde aus und bedanken sich herzlich.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Mauritius/ http://www.flyedelweiss.com/ https://de.wikipedia.org/wiki/Postgeschichte_und_Briefmarken_von_Mauritius

 

Bilder: Geraldine, Canon EOS M10, 15 – 45mm

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